Mit der rasanten technologischen Entwicklung und der wachsenden Bedeutung von Daten in unserem Alltag ist ein grundlegender Wandel im Gange. Entsprechend wird Datenkompetenz zu einer Schlüsselkompetenz für alle – von Studierenden über Fachkräfte bis weit darüber hinaus. Laut dem DataCamp State of Data Literacy Report 2023 sind überwältigende 90% der Befragten der Meinung, dass Schulen und Universitäten dringend Datenkompetenz in ihr Lernprogramm aufnehmen sollten – ein deutlicher Hinweis auf die Notwendigkeit systemischer Veränderungen von der Basis an.
Doch wie sieht die Zukunft von Datenkompetenzen aus? Und wie beeinflussen Technologien wie generative KI den Bedarf an Daten- und KI-Kompetenz? In diesem Beitrag beleuchten wir zentrale Themen aus unserer Forschung und den Einschätzungen von Expertinnen und Experten. Wenn du als Führungskraft eine Datenkompetenz-Strategie einführen willst, schau dir unser Webinar Getting ROI From Your Data Literacy Program an.
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Die aktuelle Lücke in der Datenkompetenz-Bildung
Trotz der breiten Anerkennung der Notwendigkeit von Datenkompetenz klafft in unserer Gesellschaft eine große Lücke zwischen Einsicht und Umsetzung. Ein Forrester-Bericht aus 2021 zeigte, dass Datenkompetenz zwar die gefragteste Fähigkeit für Einstiegspositionen ist, aber nur 48% der Bildungseinrichtungen entsprechende Initiativen umgesetzt hatten.
Die unzureichende Vorbereitung von Studierenden in Sachen Datenkompetenz benachteiligt nicht nur Einzelne bei der Jobsuche, sondern bremst auch Unternehmen aus, die auf datenaffine Mitarbeitende setzen, um Wachstum und Innovation voranzutreiben. Wenn Bildungseinrichtungen diese entscheidenden Kompetenzen nicht vermitteln, entsteht folglich eine erhebliche Lücke am Arbeitsmarkt.
Bemerkenswert ist, dass Einrichtungen, die den Bedarf erkennen und darauf reagieren, dafür belohnt werden. Schulen und Universitäten mit Datenkompetenz-Initiativen verzeichnen laut einer um 11,5% höheren Jobvermittlungsquote bessere Ergebnisse als solche, die diese Kompetenzen nicht fördern. Diese Zahl unterstreicht den Zusammenhang zwischen Datenkompetenz-Bildung und besseren Karrierechancen für Absolventinnen und Absolventen.
Im Kern macht diese Diskrepanz ein zentrales Problem unseres Bildungssystems sichtbar: Die vermittelten Kompetenzen passen nicht zu den Anforderungen des modernen Arbeitsmarkts. Eine systematische Verankerung von Datenkompetenz in den Curricula ist überfällig – und würde nicht nur Studierenden und ihren künftigen Arbeitgebern, sondern der gesamten Gesellschaft zugutekommen.

Ergebnisse des State of Data Literacy Report zur Bedeutung von Datenkompetenz
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Blick nach vorn: Datenkompetenz als Basisfähigkeit
Ermutigend ist die Erkenntnis aus unserer Umfrage, dass Datenkompetenz als Basisfähigkeit für das 21. Jahrhundert gesehen wird – 88% der Befragten stimmten zu. Mehr als die Hälfte (52%) stimmte sogar sehr deutlich zu und betonte damit den grundlegenden Stellenwert von Datenkompetenz in dieser Epoche.
Eine „Basisfähigkeit“ meint in diesem Zusammenhang universell hilfreiche Kompetenzen – unabhängig von Rolle oder Branche. So wie Lesen, Schreiben und Rechnen wird Datenkompetenz zu einer essenziellen Fähigkeit, die jede und jeder im 21. Jahrhundert braucht.
Angesichts des atemberaubenden Tempos technologischer Entwicklungen ist Datenkompetenz nichts, was man einmalig erlernt. Sie erfordert kontinuierliches Lernen und Anpassen, sobald neue Datenwerkzeuge und -methoden entstehen. Hier kommt das Konzept des lebenslangen Lernens ins Spiel.
Der State of Data Literacy Report zeigt, dass 85% der Befragten der Meinung sind, Organisationen sollten in lebenslanges Lernen für ihre Belegschaft investieren – mit einem klaren Fokus auf kontinuierliche Weiterbildung und Umschulung in Datenkompetenz.

Ergebnisse des State of Data Literacy Report zu Zukunftsthemen der Datenkompetenz
Der geografische Blick
Im Detail fällt auf, dass in den USA (87%) etwas mehr Menschen der Notwendigkeit lebenslangen Datenlernens zustimmen als im Vereinigten Königreich (82%). Diese Unterschiede zeigen, wie vielfältig die Haltungen zu Datenkompetenz sind – und wie wichtig ein abgestimmter, globaler Ansatz wäre.
Die Datenkompetenzlücke schließen: Eine geteilte Verantwortung
Trotz der einhelligen Einschätzung zur Bedeutung von Datenkompetenz ist es alarmierend, dass nur 14% der Führungskräfte angeben, dass Mitarbeitende außerhalb klassischer Datenrollen Schulungen erhalten. Das zeigt: Sowohl moderne Unternehmen als auch Bildungseinrichtungen müssen deutlich mehr tun, um die Datenkompetenzlücke zu schließen.
Wenn Unternehmen und Institutionen gezielt in die Weiterbildung ihres Personals in Daten investieren, profitieren sie messbar davon – das zeigen zahlreiche Fallstudien von DataCamp-for-Business-Kundinnen und -Kunden.
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Datenkompetenz und die Zukunft der Arbeit
Unsere Umfrage zeigt außerdem: Datenkompetenz kann vor den Risiken der Automatisierung schützen. 63% der Befragten glauben, dass Beschäftigte mit Aufgaben, die hohe Datenkompetenz erfordern, seltener von Automatisierung betroffen sind. Diese Einschätzung verdeutlicht den Wert von Datenkompetenzen für Resilienz, Anpassungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit am Arbeitsmarkt.
Globale Herausforderungen mit Datenkompetenz angehen
Mit der wachsenden Bedeutung von Daten wächst auch das Bewusstsein für ihr Potenzial, einige der drängendsten Herausforderungen dieses Jahrzehnts anzugehen – und teilweise zu entschärfen. Ein fundiertes Verständnis von Daten ist längst nicht mehr nur in bestimmten Branchen oder Rollen gefragt, sondern entwickelt sich zu einem zentralen Baustein gesellschaftlicher Widerstandskraft und Fortschritts.
Resilienz durch Datenweiterbildung stärken
Datenweiterbildung wirkt weit über einzelne Organisationen hinaus. 67% der Daten- und Business-Führungskräfte sind überzeugt, dass Unternehmen, die in Datenweiterbildung investieren, konjunkturfester sind. Das legt nahe: Eine solide Basis in Datenkompetenz verleiht Firmen die nötige Flexibilität und Robustheit, um wirtschaftliche Dellen zu überstehen.
Zudem sind überwältigende 85% der Befragten der Ansicht, dass Länder, die in Datenkompetenzen investieren, jene überholen werden, die das nicht tun. Das zeigt, welche zentrale Rolle die Datenkompetenzökonomie dabei spielt, wer künftig global die Nase vorn hat.
Datenkompetenz als Schutzschild gegen KI-gestützte Desinformation
Im größeren gesellschaftlichen Kontext wird Datenkompetenz zu einem wirksamen Instrument gegen Herausforderungen wie KI-gestützte Desinformation. Der Aufstieg leistungsfähiger KI-Tools wie ChatGPT und DALLE-2, die menschenähnliche Texte und Bilder erzeugen, ist ein zweischneidiges Schwert. So nützlich ihre Anwendungen sind, so bergen sie auch das Risiko, Falschinformationen zu verbreiten.
Das betont auch Anjali Samani, Director of Data Science & Data Intelligence bei Salesforce. Samani unterstreicht die zentrale Rolle von Datenkompetenz im Zeitalter von Fake News, Deepfakes und Post-Truth-Politik. Sie plädiert dafür, dass alle – auch Kinder – datenkompetent werden und kritische Fragen zu Daten und zur Welt um sie herum stellen.
In ihren Worten,
Früher galt: Sehen heißt glauben. Doch mit Deepfakes und KI-gestützter Desinformation stimmt das nicht mehr. Wenn du nicht die richtigen Fragen zu den Daten und den Technologien stellst, die wir sehen, schadest du dir selbst und künftigen Generationen.
Anjali Samani, Director of Data Science & Data Intelligence at Salesforce
Fazit
In einer Zeit, in der wir uns immer stärker auf Daten stützen, hilft uns breite Datenkompetenz auf allen Ebenen der Gesellschaft, den kommenden Herausforderungen wirksamer zu begegnen. Mit gezielter Datenweiterbildung schaffen wir widerstandsfähigere Organisationen, stärken die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften und wappnen uns gegen die wachsende Gefahr von Desinformation.
Datenkompetenz ist kein „Nice-to-have“, sondern eine Notwendigkeit – ein Schlüssel für gesellschaftlichen Fortschritt. Entscheidend ist, Zugang zu Datenkompetenz-Bildung und kontinuierlichem Lernen in der Arbeitswelt zu sichern. Diese Verantwortung liegt gleichermaßen bei Bildungseinrichtungen, Organisationen und Regierungen.
Autorin und Redakteurin im Bereich der Bildungstechnologie. Engagiert bei der Erforschung von Datentrends und begeistert davon, Data Science zu lernen.

