
4. Nutze eine erzählerische Struktur für Datenstories.
Geschichten folgen meist einem ähnlichen Bogen – eine Hauptfigur steht vor einer Herausforderung, löst sie und kehrt dann in den Alltag zurück. Ein Beispiel dafür ist die Heldenreise.
Abbildung 1: Die HeldenreiseDas Publikum merkt sich eine Tatsache 22-mal wahrscheinlicher, wenn sie in eine Geschichte eingebettet ist. Klar ist: Datenvisualisierungen profitieren enorm von einer bewährten Erzählstruktur.
Übertragen auf Datenstories beginnt die Erzählung mit dem Hintergrund zur aktuellen Lage, führt mit Belegen Schritt für Schritt zur zentralen Erkenntnis und endet mit einer klaren Handlungsaufforderung. (Abbildung 2)
Abbildung 2: Die Erzählstruktur einer Datenstory (Quelle: Effective Data Storytelling von Brent Dykes)Ein hervorragendes Beispiel ist der Goalkeepers Report der Gates Foundation, der zeigt, wie die Pandemie Ungleichheit verschärft hat. (Abbildungen 3A, 3B und 3C)
Abbildung 3A: Zum Einstieg zeigt die Datenstory zunächst die Auswirkungen von COVID-19 auf von Armut betroffene Länder. [Quelle]
Abbildung 3B: Die Story steigert sich, indem sie die wachsende Kluft zwischen Haben und Nichthaben vor und nach der Pandemie herausarbeitet.
Abbildung 3C: Den Abschluss bildet ein klarer Appell – mehr Investitionen in Frauen, Gemeinschaften und Innovationen.5. Passe Datenstories an das Medium an
Es ist verlockend, vorhandene Diagramme einfach in mehreren Kanälen wiederzuverwenden. Wer das tut, schadet seiner Story.
Nicht aufs Medium optimierte Visualisierungen verfehlen leicht ihre Wirkung. Ein für E-Mails gedachtes Diagramm kann winzige Beschriftungen enthalten, die auf dem Smartphone unlesbar sind.
The Economist zeigt, wie sich Datenstories von Print auf Social Media übertragen lassen. Das gedruckte Diagramm (für konzentriertes Lesen) war inhaltsdicht. Für Instagram (für flüchtiges Scrollen) wurde es radikal vereinfacht.
Abbildung 4: Das Print-Diagramm des Economist (links) adaptiert für Social Media (rechts) [Quelle]6. Entrümple deine Datenstories
Visuelles Rauschen macht Datenstories schwerer lesbar. Die zusätzliche kognitive Last lenkt vom Kern ab.
Es liegt an dir als Data Storyteller, überflüssige Elemente zu identifizieren und zu entfernen. Der Effekt des Aufräumens ist oft beeindruckend.
In unserem Whitepaper „8 Rules for Better Data Storytelling“ empfehlen wir unter anderem:
- Diagrammrahmen entfernen
- Gitternetzlinien oder Achsen weglassen
- Achsenbeschriftungen bereinigen
- Daten direkt beschriften (statt mit Legende)
- Datenmarker entfernen
- Spezialeffekte (Fett, Unterstreichung, Kursiv, Schatten) sparsam einsetzen
7. Erkläre Datenstories in Etappen
Bei komplexen Datenstories hilft es, die Elemente eines Diagramms schrittweise einzublenden. In verdaulichen Portionen präsentiert, folgt das Publikum eher aufmerksam.
Ein Paradebeispiel ist der Vortrag „The Joy of Stats“ von Hans Rosling. Schau dir an, wie Rosling seine Datenstory meisterhaft aufbaut.
Data Storytelling bleibt
Data Storytelling wird im kommenden Jahrzehnt für alle zur Schlüsselkompetenz, da Dateninsights zum Fundament von Organisationen werden. Für weitere Tipps und Tricks hör in Andys Podcast rein oder schau dir sein aktuelles Webinar auf DataCamp an.


