Anaconda veröffentlicht PyScript
Unsere erste Meldung dreht sich um einen spannenden neuen Release von Anaconda. Am 30. April stellte Anaconda PyScript vor – ein Framework, mit dem sich Python vollständig im Webbrowser nutzen lässt. Dazu zählen Funktionen wie Drop-in-Content, externes Datei-Hosting, Zugriff auf das Python-Ökosystem und mehr – ganz ohne serverseitige Konfiguration. Das Ziel hinter PyScript: Jede Person mit grundlegenden Python-Kenntnissen soll Anwendungen für beliebige Hard- und Softwareplattformen bereitstellen können. Deshalb fiel die Wahl auf den Webbrowser. Browser sind sicher, stabil, leistungsstark und nahezu überall verfügbar.
Nach Aussage des Anaconda-Teams ist PyScript schlicht HTML – nur erheblich mächtiger, dank des umfangreichen und zugänglichen Ökosystems an Python-Bibliotheken. Sie sehen PyScript als das „Minecraft der Softwareentwicklung“: Nutzende erschaffen eigene Welten (Anwendungen) oder neue Blöcke und Mods (Komponenten und Widgets) und teilen sie mit der Welt.
Die Schlüsselfunktionen von PyScript sind:
- Python und sein Bibliotheks-Ökosystem (einschließlich numpy, pandas und scikit-learn) lassen sich direkt im Browser nutzen.
- Per Umgebungsverwaltung entscheidest du, welche Pakete und Dateien beim Ausführen des Seiten-Codes verfügbar sind.
- Du kannst Anwendungen visuell entwickeln – mit vorhandenen UI-Elementen wie Buttons, Containern und Textfeldern.
- Deployment ist kein Thema mehr, denn mit PyScript passiert alles im Browser. Als Data Scientist könntest du HTML-Dateien mit Dashboards und/oder Analysen teilen, die Stakeholder direkt im Browser ohne komplizierte Einrichtung öffnen können.
Mit PyScript war die Hürde für spannende Data-Science-Webapps in Python noch nie so niedrig. Wer Python für Data Science beherrscht, kann Datenanwendungen direkt mit Stakeholdern teilen – ganz ohne JavaScript-Kenntnisse und ohne sich selbst ums Deployment kümern zu müssen. Wir haben bereits etliche Data Scientists gesehen, die PyScript ausprobiert haben, und unten Beispiele für dich verlinkt!"
Aktuell unterstützt PyScript nur Python, langfristig soll es aber auch weitere Sprachen einbinden – damit das Web für alle ein noch freundlicherer Ort wird.
Weltrekordtempo für ein selbstfahrendes Auto
Als nächstes schauen wir auf den Fortschritt bei autonomen Fahrzeugen. Baidu hat nicht nur die erste Robotaxi-Lizenz überhaupt erhalten und will fahrerlose Taxis auf chinesische Straßen bringen – es wurde auch ein neuer Geschwindigkeitsweltrekord für ein selbstfahrendes Auto aufgestellt.
Das autonome Fahrzeug, entwickelt von einem Forschungsteam des Politecnico di Milano-PoliMOVE, erreichte 309 km/h (192,2 mph) und durchbrach damit die historische „Schallmauer“ von 300 km/h. Das Team, das den Rekord auf der Start- und Landebahn des Kennedy Space Center der NASA aufstellte, hofft, das Ergebnis auf dem deutlich weniger geraden Kurs in Atlanta zu wiederholen.
Die Forschenden berichten von einem aufregenden Testrun und freuen sich besonders darüber, dass die dabei entstandenen Daten öffentlich zugänglich gemacht werden – so kann die gesamte Branche von den Erkenntnissen profitieren.
Remote Work bei Airbnb
Airbnb reiht sich in die Riege der Unternehmen ein, die Remote-Arbeit ausbauen, um Mitarbeitenden mehr Flexibilität zu geben. Während der Lockdowns stieg die Produktivität deutlich, und das Unternehmen erlaubt nicht nur dauerhaftes Remote-Arbeiten, sondern vereinheitlicht auch die Bezahlung unabhängig vom Standort – ein klares Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Tech-Multis. Viele Menschen stellten während der Pandemie fest, dass sie Remote-Work dem täglichen Büro vorziehen. Mehr und mehr beschäftigte fordern Flexibilität – manche Apple-Mitarbeitende drohten sogar mit Kündigung, falls kein vollständig remote Setup möglich ist.
Der Wechsel zu Remote-Work entwickelt sich für viele Arbeitgeber und Datenteams zur Wettbewerbschance: Unternehmen greifen auf einen größeren Talentpool zu, während Belegschaften mehr Freiheiten genießen.
Viele Firmen setzen zwar auf hybride Modelle, doch es gibt spürbaren Gegenwind von Mitarbeitenden: 74% sagen, dass die Möglichkeit, remote zu arbeiten, sie weniger wechselwillig macht.
Maschinelles Lernen für Audiosynthese
Als nächstes werfen wir einen Blick in die Musikproduktion. Der Aufstieg von TikTok rückt die Rolle von Musik und Audio in sozialen Netzwerken in den Fokus. Bytedance, das Unternehmen hinter TikTok, entwickelt ein spannendes Musikproduktionstool, das mithilfe von Machine Learning Audiosignale in Emulationen realer Instrumente verwandelt.
Das neue Plugin namens „Mawf“ befindet sich derzeit in der Beta und bietet Modelle für drei Instrumente: Saxofon, Trompete und die thailändische Khlui. Mawf analysiert zunächst mit Machine Learning Aufnahmen von Profimusikerinnen und -musikern und extrahiert feine Klangänderungen, die mit Variationen in Tonhöhe und Lautstärke einhergehen.
Das System nähert den Klang dieser Instrumente anschließend auf Basis digitaler Eingaben an, etwa von MIDI- oder Synthesizer-Spuren.
Angesichts der Innovationen in anderen Bereichen der digitalen Content-Erstellung – von Bildgeneratoren wie DALL-E 2 bis zu KI-gestützter Videobearbeitung – ist es wenig überraschend, dass auch die Audioproduktion per Machine Learning einen Schub erhält. Die Content-Landschaft der Zukunft sieht spannend aus: Wir bewegen uns auf eine Welt zu, in der wir sagen könnten: „Zeig mir ein Video von einem Zebra mit Hut, das diesen TikTok-Trend macht, der sich anhört wie „Nobody’s gonna know...““ – und eine KI liefert genau das.
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