
- Der komplette Fahrplan für Freelance Data Science
- 13 Tipps für angehende Freelance Data Scientists
- Fazit
In Teil 1 haben wir die Vor- und Nachteile dieses Wegs beleuchtet, die nötigen Hard- und Soft Skills besprochen und einen Blick auf die besten Plattformen geworfen, um mit potenziellen Kundinnen und Kunden in Kontakt zu kommen. In Teil 2 skizzieren wir die konkreten Schritte für deinen Start und geben eine Liste mit Praxistipps für Einsteigerinnen und Einsteiger.
Der komplette Fahrplan für Freelance Data Science
Der folgende Fahrplan hilft dir auf deinem Weg in die Selbstständigkeit. Du musst nicht bei Schritt eins anfangen – spring direkt zu dem Punkt, der deiner Erfahrung entspricht. Wenn du bei null startest, beginne am besten von vorne.
- Lerne Python oder R
Python und R sind die Programmiersprachen, die Data Scientists am häufigsten nutzen. Für den Einstieg empfehlen wir Python, da es als Anfängerin oder Anfänger deutlich mehr Möglichkeiten bietet. Lerne Python mit DataCamps Introduction to Python Kurs. Wenn du die Grundlagen schon kennst, mach unseren kurzen Python-Test und erhalte einen personalisierten Lernplan, damit du genau die Kompetenzen ausbauen kannst, die dir noch fehlen. Schau dir außerdem unser Writing Functions for Product Analysis Projekt an – ideal, um saubere, gut wartbare Python-Funktionen zu schreiben. - Baue fortgeschrittene Programmierkenntnisse auf
Grundlagen allein reichen selten für den ersten Auftrag. Mach dich mit populären Python-Packages wie NumPy, SciPy, pandas, Scrapy, Matplotlib usw. vertraut. Verstehe die Theorie dahinter und übe Datenstrukturen, Algorithmen und objektorientierte Programmierung.
Verbessere deine Python-Skills mit unserem Kurs Intermediate Python. Praxis sammelst du außerdem im Projekt Investigating Netflix Movies and Guest Stars in The Office. - Lerne SQL
Jetzt ist es Zeit, SQL (Structured Query Language) sowie relationale und nicht-relationale Datenbanken zu lernen. So kannst du Daten in Datenbanken abfragen, schreiben und bearbeiten.
Starte mit DataCamps Kurs Introduction to SQL. Du lernst Grundlagen wie Filtern, Gruppieren und Sortieren mit effizienten, optimierten Datenbankabfragen. Wenn du die Basics schon drauf hast, mach unseren kurzen Data Analysis in SQL (PostgreSQL) Test und erhalte einen personalisierten Lernplan. - Lerne Daten zu visualisieren
Mach dich mit Visualisierungsbibliotheken in Python vertraut und übe die gängigen Techniken.
Starte mit DataCamps Kurs Understanding Data Visualization. Du lernst, die beste Visualisierung für deinen Datensatz zu wählen und gängige Diagrammtypen wie Histogramme, Scatterplots, Linien- und Balkendiagramme zu interpretieren. Wenn du schon weiter bist, probiere An Introduction to Data Visualization with Matplotlib mit Lektionen zu Zeitreihen, quantitativen Vergleichen und statistischen Visualisierungen. Du sammelst Hands-on-Erfahrung mit Matplotlib und verbesserst deine Python-Skills. - Erstelle dein erstes Freelance-Profil
Jetzt bist du bereit für einfache Aufträge. Such dir eine Plattform aus und erstelle dein Profil. Lege deinen Stundensatz fest und bewirb dich auf Einstiegsjobs in Python und Visualisierung. - Dranbleiben
Der erste Auftrag kann auf sich warten lassen und frustrieren, aber gib nicht auf. Bewirb dich auf so viele einfache Tasks wie möglich. Such aktiv den Kontakt zu Kundinnen und Kunden. Selbst wenn es noch nicht klappt: Nutze die Zeit, um die Plattform und typische Aufgaben kennenzulernen und Gespräche zu üben. Ist der erste Auftrag geschafft, folgt der nächste. Auch wenn es Monate dauert: Bleib geduldig und mach weiter. - Schließe Lücken in Mathe und Statistik
Erweitere bei Bedarf deine mathematischen und statistischen Kenntnisse, um die Grundlagen der Data Science sicher zu beherrschen.
Starte mit DataCamps Introduction to Statistics in Python – mit einfachen Wahrscheinlichkeitsrechnungen, Verteilungen und dem zentralen Grenzwertsatz. Wenn du fortgeschritten bist, probiere Statistical Simulation in Python mit Simulationen und Wahrscheinlichkeitsverteilungen. Zusätzlich sammelst du Praxis mit NumPy. - Jetzt geht’s an Machine Learning
Auf diesem Level fühlst du dich mit den Grundlagen des Machine Learnings wohl. Teste dein Wissen unbedingt in Beispielprojekten, damit du ML souverän anwenden kannst.
Starte mit DataCamps Understanding Machine Learning und AI Fundamentals, um die Grundlagen und Funktionsweise zu verstehen. Wenn du schon weiter bist, versuche die Kurse Linear Classifiers und Cluster Analysis mit Logistischer Regression, Support Vector Machines (SVMs) und K-Means. - Lerne die Grundlagen von Deep Learning
Tiefere Netze zu bauen oder vortrainierte Modelle zu nutzen, kann Probleme oft besser lösen. Deshalb sind Deep-Learning-Grundlagen in der Data Science wichtig.
Starte mit DataCamps Introduction to Deep Learning Kurs. - Aktualisiere dein Profil
Mit deinen neuen Kompetenzen ist jetzt ein guter Zeitpunkt, dein Freelance-Profil um Fähigkeiten und Erfahrungen zu erweitern. - Setze auf Beispiel- und eigene Projekte
Der erste Freelance-Auftrag lässt noch auf sich warten? Kein Problem. Verlager deinen Fokus auf Übungsprojekte oder setze eigene Ideen aus der Data-Science-Welt um – das motiviert und bringt wertvolle Erfahrung.
Abos für Artikel zu neuen Technologien halten dich außerdem auf dem Laufenden. Kundengespräche drehen sich nicht nur um Projekte – oft auch um Trends. Wenn du hier mitreden kannst, stärkst du die Beziehung und zeigst echtes Engagement für dein Fach.
- Prüfe verfügbare Jobs täglich – am besten stündlich
Den passenden Auftrag zu finden, kostet Einsatz. Ohne Bewertungen stehst du in der Liste oft weiter hinten. Schau daher so oft wie möglich nach neuen Jobs. Wer sich früh bewirbt, wird zuerst gesehen.
- Halte deine Kundinnen und Kunden zufrieden
Es kann sinnvoll sein, frühere Job-Posts deiner Kundschaft anzusehen und proaktiv Vorschläge zu machen – auch wenn die Rollen bereits vergeben sind. Das kommt oft gut an und erhöht die Chance, beim nächsten Mal berücksichtigt zu werden.
- Gründe dein Business rechtlich sauber
Spätestens jetzt merkst du: Mit Einsatz bekommst du Aufträge und lieferst erfolgreich. Informiere dich über Steuern, Abgaben und rechtliche Anforderungen in deinem Land. Dann kannst du offiziell starten und dir Auszahlungen von deiner bevorzugten Plattform sichern.
13 Tipps für angehende Freelance Data Scientists
- Wähle eine Plattform – und bleib dran
Lege dich auf eine Freelance-Plattform fest und investiere konsequent dort. Anzahl und Qualität deiner Bewertungen sind entscheidend für neue Aufträge und damit für dein Einkommen. Ein starkes Profil braucht Zeit und Einsatz. Gerade im ersten Jahr kann dein Verdienst exponentiell wachsen. Verteilst du deine Energie auf zu viele Plattformen, arbeitest du am Ende mehr für gleich viel oder weniger Erfolg. - Baue ein überzeugendes Profil
Kundinnen und Kunden wählen nach Profil. Deins muss herausstechen – mit relevanten Infos und deiner Arbeitsweise. Stelle deine Erfahrung detailliert dar: Studienabschlüsse und Zertifikate, frühere Unternehmen und Rollen – alles, was Vertrauen schafft. - Starte mit einem niedrigen Stundensatz
Zum Start fehlen dir Bewertungen, also musst du dich erst beweisen. Setze zunächst einen eher niedrigen Stundensatz und fokussiere dich auf gute Reviews. Dein Preis hängt von mehreren Faktoren ab: Länder der Beteiligten, Erfahrung, Budget. Recherchiere, was andere verlangen, und lege deinen Einstiegsstundensatz entsprechend fest. - Bleib respektvoll
Kommuniziere stets respektvoll. Du wirst verhandeln müssen, aber die Zufriedenheit deiner Kundschaft hat Priorität. - Versprich keine feste Genauigkeit bei probabilistischen Aufgaben
Viele Aufgaben sind probabilistisch. Vielleicht setzt du Machine Learning ein und kennst die Daten nicht, oder es gibt noch gar kein Dataset. Selbst wenn doch, lässt sich eine Mindestgenauigkeit schwer garantieren, bevor die Lösung steht – reale Daten und Probleme weichen oft ab.
Die Verlockung ist groß, für den ersten Job 99% Genauigkeit zu versprechen. Tu dir das nicht an – auch wenn du Ähnliches schon gelöst hast. Es gibt immer Risiken, und du könntest dein Versprechen nicht halten. - Halte deine Kundschaft auf dem Laufenden
Informiere proaktiv, ohne zu spammen. Teile die nächsten Schritte, Ideen und woran du als Nächstes arbeitest – das schafft Transparenz und Vertrauen. - Bewirb dich passend zu deinen Fähigkeiten
Du schließt bindende Vereinbarungen. Bewirb dich nicht auf Jobs, bei denen du dir unsicher bist. Das heißt nicht, dass du nie aus der Komfortzone gehen sollst. Auch ohne identische Vorerfahrung kannst du dich bewerben, wenn die Rolle zu deinen Kompetenzen passt und du recherchieren kannst. Du musst nicht alles vorher wissen. Wenn du glaubst, die Aufgabe zu schaffen, bewirb dich. - Lege etwas extra drauf
Gerade am Anfang zählen gute Bewertungen. Liefere nach Abschluss gern zusätzliche Assets, auch wenn sie nicht verlangt wurden – z. B. ein Dokument, das deine Arbeit und Architektur mit Visuals erklärt. Das kann den Unterschied bei Reviews und Weiterempfehlungen machen. - Bitte aktiv um Feedback und Empfehlungen
Als Einsteigerin oder Einsteiger fällt das manchmal schwer. Wenn du gute Arbeit geleistet hast, gibt es keinen Grund zur Scheu. Die meisten geben gern Feedback – besonders, wenn du ihnen wirklich geholfen hast. - Achte auf deine körperliche und mentale Gesundheit
Freelancing hat Schattenseiten: oft allein, häufig im Homeoffice – das kann einsam machen und zu wenig Bewegung führen. Setze deine Gesundheit an erste Stelle. - Verbessere kontinuierlich deine Sprachkenntnisse
Wenn Englisch nicht deine Muttersprache ist, lohnt es sich, daran zu arbeiten. Je sicherer du bist, desto besser kommunizierst du – ein wichtiger Faktor im Auswahlprozess. - Tritt selbstbewusst auf
Du erbringst eine Dienstleistung – steh dazu. Gerade am Anfang sehen viele den Kunden als Vorgesetzten, aber in der Freelance-Beziehung ist das selten so. Mach Vorschläge, führe durch den Prozess – du bist die Expertin bzw. der Experte. - Gib nicht auf
Der erste Auftrag ist der schwerste und kann überfordernd wirken. Bleib dran. Optimiere dein Profil, arbeite an deinen Kompetenzen und bewirb dich früh, um unter den ersten Kandidat:innen zu sein. Mit Ausdauer sicherst du dir den ersten Job – und dann folgen weitere.
Fazit
In der sich rasant wandelnden Technologiewelt entwickeln auch wir uns ständig weiter. Unabhängig von Alter und Erfahrung eröffnet das Internet uns nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, eigene Karrieren zu wählen und zu gestalten. Für viele ist Freelancing als Data Scientist besonders attraktiv – wegen der großen Flexibilität und der Chance auf persönliches Wachstum.
Wenn du bis hierher gelesen hast, hast du deinen ersten Schritt Richtung Freelance Data Scientist gemacht. Nimm die Hinweise aus diesem Artikel mit, plane deine nächsten Schritte und arbeite konsequent daran, die Qualifikationen für deinen Wunschjob und Lebensstil zu erreichen.
Ein Neuanfang ist herausfordernd. Bei DataCamp möchten wir dir den Weg so leicht und motivierend wie möglich machen. Wenn du weitere Ressourcen suchst, schau dir unseren Data Scientist with Python Career Track und unsere Data Scientist Certification an.
FAQ: So wirst du Freelance Data Scientist
Wie viel verdienen Freelance Data Scientists?
Das Einkommen von Freelance Data Scientists hängt stark von Fähigkeiten, Erfahrung und guten Bewertungen ab. Die Spanne zwischen Junior und Senior ist groß. Stundensätze reichen von 10 bis 300 US-Dollar. Laut dieser Untersuchung verlangen Einsteiger im Schnitt etwa 50 US-Dollar pro Stunde, Erfahrene mit Master- oder PhD-Abschluss rund 100 US-Dollar pro Stunde.
Brauche ich ein Studium, um Freelance Data Scientist zu werden?
In Teil 1 sind wir auf die Kompetenzen eingegangen, die alle Freelance Data Scientists brauchen. An der Universität erwirbst du viele Hard- und Soft Skills – ein Abschluss belegt diese. Aber auch Bootcamps oder Selbststudium mit Lernvideos sind völlig in Ordnung und reichen bei guter Umsetzung aus, um Data-Science-Jobs zu gewinnen und hochwertig zu liefern.
Entscheidend ist, genügend positive Bewertungen im Profil zu haben. Viele Kundinnen und Kunden vertrauen dir auf Basis dieser Reviews. Manche verlangen zusätzlich einen Bachelor-, Master- oder sogar PhD-Abschluss. Ein Studium öffnet Türen und gibt Sicherheit. Fehlt es, ist das kein K.-o.-Kriterium – solange du fachlich überzeugst.
Wie lange dauert es bis zu meinem ersten Freelance-Job?
Das hängt von deinen Kompetenzen und deinem Einsatz bei der Suche ab. Wenn du wirklich Gas gibst, kann es von ein paar Tagen bis zu einigen Monaten dauern, bis du deinen ersten Auftrag hast. Wichtig ist ein aussagekräftiges Profil mit allen Details zu Ausbildung und Erfahrung. Eine gute Bio hilft ebenfalls, damit sich Kundinnen und Kunden ein Bild machen können.
Starte am besten mit kleinen Projekten – Ziel sind positive Bewertungen. Plattformen fördern das: Hast du z. B. bei Upwork etwa 7–8 Aufträge mit 100% Erfolg abgeschlossen, erhältst du das Abzeichen „Top Rated Freelancer“. Das steigert deine Chancen auf neue und größere Projekte deutlich.
Wo bewerbe ich mich auf Freelance-Data-Science-Jobs?
Einige Freelance-Websites haben wir in Teil 1 genannt. Dort posten Auftraggebende Jobs, und Freelancer bewerben sich darauf.
Die drei führenden Plattformen für Data Science – gemessen an aktiven Job-Listings und qualifizierten Freelancer:innen – sind Upwork, Toptal und Fiverr. Ein Profil ist schnell erstellt. Manche Plattformen erlauben jedoch nicht die direkte Bewerbung und verlangen vorher ein technisches Interview und einen Englischtest. Andere prüfen lediglich deine Identität sowie Zahlungs- und Steuerdaten. Danach kannst du dich frei auf Jobs bewerben.
Teilweise fallen kleine Gebühren pro Bewerbung an. Häufig bekommst du zum Start kostenlose Tokens. Willst du dich auf mehr Jobs bewerben, musst du Tokens kaufen. Bei einigen Plattformen wie Upwork erhältst du durch gute Kommunikation und schnelle Reaktionen zusätzliche kostenlose Tokens – als aktive:r Freelancer:in.

