Cookie Enforcer: Mit KI gegen nervige Cookie-Pop-ups
Die erste große Story dieser Woche dreht sich darum, wie ein Forschungsteam mit KI gegen lästige Cookie-Hinweise vorgeht.
Heute fragt fast jede Website nach deiner Zustimmung zu Cookies, und manche Pop-ups sind sogar so gestaltet, dass das Ablehnen bewusst schwerfällt – zulasten deiner Privatsphäre. Forschende von Google und der University of Wisconsin–Madison haben ein System namens „Cookie Enforcer“ entwickelt, das diese aufdringlichen Pop-up-Designs aushebelt.
Das System analysiert das Rendern der HTML-Elemente einer Website, um zu erkennen, wie der Cookie-Hinweis angezeigt wird. Cookie Enforcer wertet dann den Hinweis aus und sagt voraus, welche Aktionen alle nicht notwendigen Cookies deaktivieren. Abschließend wählt das Machine-Learning-Modell die passenden Einstellungen aus und schließt das Pop-up – so musst du dich nicht mehr selbst durch die Hinweise klicken.
Die Forschenden stellten fest, dass das System auf über 500 Websites zu 91% effektiv dabei war, nicht essenzielle Cookies automatisch zu deaktivieren.
Ein offizielles Veröffentlichungsdatum steht noch aus. Das Team betont jedoch, Cookie Enforcer breit als Browsererweiterung verfügbar machen zu wollen – zum Schutz vor intransparenten oder manipulativen Designs und um dir Zeit zu sparen.
IBM veröffentlicht Forschung zur KI-Kompetenzlücke in Europa
Als Nächstes liefert ein aktueller IBM-Bericht zur KI-Kompetenzlücke in Europa spannende Einblicke in den Arbeitsmarkt. Beschäftigte, Recruiter und Bewerbende in Deutschland, Spanien und dem Vereinigten Königreich wurden befragt, um zu bewerten, ob es bei KI-Stellenangeboten an Kompetenzen mangelt.
Der Bericht zeigt einen klaren Mangel an technischen und nicht-technischen Kompetenzen im KI-Arbeitsmarkt. Arbeitgeber berichten, dass es schwierig ist, Kandidatinnen und Kandidaten mit dem nötigen KI-Wissen und der entsprechenden Erfahrung zu finden. Zudem gab rund ein Viertel der Tech-Recruiter an, Probleme zu haben, Bewerbende mit einer Kombination aus technischen und Soft Skills zu finden.
Weil KI in jeder Branche immer präsenter wird, arbeiten spezialisierte Tech-Teams enger denn je mit Business-Verantwortlichen zusammen. Wer Soft Skills wie zwischenmenschliche Kommunikation, strategisches Problemlösen und kritisches Denken nachweisen kann, verbessert damit deutlich die Jobchancen und die Karriereentwicklung im KI-Bereich.
Der Bericht legt außerdem nahe, dass Weiterbildung und Umschulung zentrale Hebel sind, um die Kompetenzlücke in Organisationen zu schließen. In Spanien und Deutschland bilden sich 42% der Beschäftigten weiter – etwa in Programmiersprachen, Data Engineering/-Analyse und Softwareentwicklung. Das Vereinigte Königreich liegt mit 32% deutlich dahinter.
Metas großes Sprachmodell
Meta hat ein großes Sprachmodell öffentlich zugänglich gemacht, um diese Modelle breiter verfügbar zu machen. In einem Blogpost vom 3. Mai kündigte das Unternehmen den Open Pretrained Transformer – kurz OPT-175B – an, ein System zur Verarbeitung natürlicher Sprache mit 175 Milliarden Parametern.
Natural Language Processing boomt: Systeme wie GPT-3 und PaLM sorgen in der KI-Welt für Furore und zeigen mit Anwendungsfällen wie Textgenerierung, Code-Vervollständigung und mehr die Kraft dieser Modelle. Laut Meta AI ist das Potenzial großer Sprachmodelle klar erkennbar – limitiert vor allem dadurch, dass sie der breiten Forschungsgemeinschaft bislang kaum offenstehen.
Neben dem gewaltigen Sprachmodell veröffentlicht Meta auch sämtliche Entwicklungsnotizen, Entscheidungsgrundlagen und zusätzliche Hintergrunddokumentation, die in den Aufbau von OPT-175B eingeflossen sind. Zudem legt das Unternehmen großen Wert auf den ökologischen Fußabdruck des Modells und hat ein System im GPT-3-Maßstab geschaffen, das mit einem Siebtel der Emissionen entwickelt wurde.
Kendrick Lamar nutzt Deepfakes in seinem neuesten Musikvideo
Zum Schluss sprechen wir über den Einsatz von Deepfakes in Kendrick Lamars mit Spannung erwartetem neuen Release. „The Heart Part 5“ ist nicht nur der erste Song seit seinem Erfolgsalbum Damn von 2017, das Musikvideo zeigt zudem mehrere Deepfakes, die über Lamars Gesicht gelegt werden.
OJ Simpson, Kanye, Will Smith und Kobe Bryant treten auf, während Lamars Gesicht im Verlauf des Videos nahtlos in die Deepfakes übergeht. Das verantwortliche Tech-Studio „Deep Voodoo“ wurde von den „South Park“-Schöpfern Trey Parker und Matt Stone gegründet und hat Deepfake-Technologie bereits zuvor für kontroverse Viralvideos eingesetzt.
Typischerweise kommen bei einem Deepfake zwei Machine-Learning-Modelle zum Einsatz. Ein Modell erzeugt auf Basis von Beispielvideos neue Gesichtsdatensätze, während das andere versucht zu erkennen, ob das Video gefälscht ist. Kann das zweite Modell nicht mehr unterscheiden, ob es sich um eine Fälschung handelt, gilt der Deepfake auch für menschliche Betrachter als überzeugend. Dieser Prozess basiert auf einem Machine-Learning-Ansatz namens Generative Adversarial Network; häufig arbeiten dabei auch Autoencoder mit, um visuelle und auditive Inhalte zu manipulieren oder zu erzeugen.
„The Heart Part 5“ zeigt, dass diese Technologie – trotz der komplexen Debatte über den ethischen Einsatz von Deepfakes – in künstlerische Erzählungen eingebettet werden kann, um im positiven Sinne Bedeutung zu stiften.
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