Im gesamten DataCamp State of Data Literacy Report wird deutlich: Datenkompetenzen sind stark gefragt – und das bleibt auf absehbare Zeit so. Unternehmen wollen datenkompetente Mitarbeitende und sind bereit, dafür mehr zu zahlen.
Trotz der hohen Nachfrage klafft jedoch eine Lücke zwischen den Anforderungen von Unternehmen und dem vorhandenen Niveau an Datenkompetenz und Trainings. Was treibt diese Lücke? Und wie schließen wir sie? Dieser Artikel geht diesen Fragen nach. Interessiert dich speziell die Talentlücke rund um Generative KI? Sieh dir unser Webinar Bridging the Generative AI Talent Gap an und lerne wirksame Strategien für deine Organisation kennen.
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Die starke Nachfrage nach datenbasierten Entscheidungen
Eines der wichtigsten Ergebnisse des State of Data Literacy Reports: Für Branchenführende in den USA und UK ist die gefragteste Datenkompetenz die datenbasierte Entscheidungsfindung – 78% bezeichnen sie als essenziell. Kaum überraschend, denn unpräzise Entscheidungen gelten als größtes Risiko mangelnder Datenkompetenz.
Weitere gefragte Kompetenzen sind das Interpretieren von Visualisierungen und Dashboards (74%), Datenanalyse und -aufbereitung (72%) sowie Data Storytelling bzw. das verständliche Präsentieren von Daten für unterschiedliche Zielgruppen (66%). Diese Fähigkeiten sind unverzichtbar, wenn Unternehmen eine Belegschaft aufbauen wollen, die schnell und treffsicher auf Basis von Daten entscheidet.
Der Bedarf an technischer Kompetenz
Neben Grundlagen suchen Führungskräfte auch fortgeschrittene, technische Datenkompetenzen. Besonders gefragt sind die Fähigkeit, Dashboards und Visualisierungen zu erstellen (66%) sowie Kenntnisse in Business-Intelligence-Tools wie Tableau und Power BI (65%).
Ebenso begehrt sind der sichere Umgang mit Datenbanken und deren Erstellung mit SQL (53%) sowie Programmierkenntnisse in Python und R (42%).
Kompetenzen in Machine Learning (47%) und Data Engineering (52%) werden von fast der Hälfte der Befragten geschätzt.
Das zeigt einen spannenden Trend: Nicht alle müssen Datenpipelines bauen oder ML-Lösungen entwickeln, aber es wird zunehmend erwartet, dass Mitarbeitende in diesen Bereichen mitreden können.
Das Spektrum der Datenkompetenz verstehen
Datenkompetenz – also die Fähigkeit, Daten zu lesen, zu schreiben, zu kommunizieren und mit ihnen zu argumentieren – umfasst ein ganzes Spektrum: von grundlegender, datenbasierter Entscheidungsfindung bis hin zu fortgeschrittenem Machine Learning und Data Engineering.
Diese Sicht auf Datenkompetenz als Spektrum bestätigt Jordan Morrow: “Eine ganzheitliche Datenstrategie ist an die Unternehmensziele gekoppelt und gibt der Daten- und Analysearbeit eine klare Richtung.”
In diesem Verständnis durchdringen Datenkompetenzen die gesamte Organisation – vomjenigen, der Daten lesen und die richtigen Fragen stellen kann, bis zur technisch versiertesten Person.
Das bedeutet: Datenkompetenz ist kein Einheitsprogramm. Sie muss auf die unterschiedlichen Kompetenzniveaus innerhalb einer Organisation zugeschnitten werden.

Der aktuelle Stand der Datentrainings
Auch wenn der Wert von Datenkompetenz erkannt ist, gibt es beim Thema Datentraining in Unternehmen noch viel Luft nach oben.
Auf die Frage nach dem Status von Datenschulungen sagten 79% der Führungskräfte, dass sie irgendeine Form von Training anbieten. Doch das greift zu kurz: Rund 34% gaben an, dass nur Beschäftigte in ausgewiesenen Datenrollen geschult werden, während lediglich 14% sagten, dass ausschließlich Mitarbeitende außerhalb von Datenrollen Trainings erhalten.
Die Daten deuten darauf hin, dass eine unternehmensweite Weiterbildung, die wirklich alle einschließt, in vielen Firmen noch keine Priorität hat. Auch die Formate sind heterogen – von externen, onlinebasierten Anbietern (23%) über intern erstellte Online-Trainings (20%) und interne Präsenzschulungen (10%) bis zu Blended-Learning-Ansätzen (29%).
Trotz des klaren Bedarfs bieten also nur wenige Organisationen eine wirklich umfassende Lösung. Und das gilt nicht nur fürs Arbeitsumfeld. Ein Forrester-Report von 2021 zeigte: Obwohl Datenkompetenz die gefragteste Fähigkeit für Einstiegspositionen war, hatten lediglich 48% der Bildungseinrichtungen entsprechende Initiativen umgesetzt.
Wie wir in einem separaten Artikel zur Zukunft der Datenkompetenz beleuchten, können diese Fähigkeiten helfen, einige der globalen Herausforderungen der kommenden Jahre anzugehen.
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Was treibt die Lücke bei den Datenkompetenzen an?
Bevor wir die Ursachen der Kompetenzlücke betrachten, lohnt ein Blick auf ihre Definition. Gemeint ist die Diskrepanz zwischen den von Unternehmen geforderten Datenkompetenzen und dem aktuellen Können ihrer Mitarbeitenden.
Diese Lücke ist kein reines Bildungsproblem, sondern entsteht durch ein Zusammenspiel aus Budgetengpässen, fehlenden Trainingsressourcen, Unternehmenskultur, Widerständen bei Mitarbeitenden und weiteren Faktoren.

Budgetengpässe
An erster Stelle stehen finanzielle Grenzen. Rund 40% der Führungskräfte nennen fehlendes Budget als eines der größten Hindernisse, um die Datenkompetenz der Belegschaft zu verbessern. Ohne ausreichende Mittel fällt es schwer, in umfassende Lernprogramme zu investieren – das bremst Weiterbildung und Wachstum.
Unzureichende Trainingsressourcen
Ein weiterer wesentlicher Treiber ist der Mangel an geeigneten Trainingsressourcen, den 36% anführen. Fehlen wirksame, aktuelle und leicht zugängliche Materialien und Plattformen, lässt sich Datenkompetenz nur schwer vermitteln. Das vergrößert die Kluft zwischen vorhandenen und benötigten Fähigkeiten.
Unternehmenskultur und Rückhalt aus der Führung
Etwa 29% sehen fehlende Unterstützung und Ownership durch das Top-Management als zentrale Hürde. Das unterstreicht die Schlüsselrolle von Kultur und Leadership für den Aufbau von Datenkompetenz.
Ohne Führungskräfte, die Datenkompetenz aktiv fördern und umfassende Programme sponsern, wird es schwer, die Lücke zu schließen.
Widerstand bei Mitarbeitenden
Schließlich nennen rund 27% Widerstände im Team als Herausforderung. Gründe können Veränderungsskepsis, fehlende Motivation oder die Annahme sein, dass Datenkompetenz für die eigene Rolle irrelevant ist. Umso wichtiger ist es, eine Datenkultur zu etablieren, die kontinuierliches Lernen fördert und die Bedeutung von Datenkompetenz sichtbar macht.
Der Weg, die Kompetenzlücke zu schließen
Diese Hürden zu überwinden erfordert eine Strategie, die nicht nur Budgets und Ressourcen adressiert, sondern vor allem eine unterstützende Unternehmenskultur aufbaut.
Datenkultur und -kompetenzen sind ein zentraler Bestandteil einer erfolgreichen Datenstrategie ... Weiterbildung und Datenkompetenzprogramme solltest du früh in deiner Datenstrategie verankern, um später echten Mehrwert zu liefern.
Vijay Yadav, Director of Quantitative Sciences & Head of Data Science at the Center for Mathematical Sciences at Merck
Kurz gesagt: Die Datenkompetenzlücke schließt man nicht allein mit mehr Trainings oder zusätzlichen Ressourcen. Es geht auch um ein Umdenken – und darum, Menschen in den Mittelpunkt der Datentransformation zu stellen. Mehr dazu liest du im separaten Artikel zur Schließung der Datenkompetenzlücke.
Fazit
Die Herausforderung, die Lücke bei der Datenkompetenz zu schließen, ist vielschichtig. Sie umfasst nicht nur mehr Training und Bildung, sondern auch den Aufbau einer datengetriebenen Unternehmenskultur. Dieser Artikel hat die Bedeutung technischer Kompetenzen, das Spektrum der Datenkompetenz, den aktuellen Stand der Datentrainings und mehrere Treiber der Lücke beleuchtet – von Budgetengpässen über fehlende Ressourcen bis zu Kulturthemen und Widerständen.
Wie die Einschätzungen aus der Praxis zeigen, braucht es einen ganzheitlichen Ansatz. Mehr als nur in Trainings oder Tools zu investieren, bedeutet Lücke schließen: Haltungen verändern und Datenkompetenz im Kern der Unternehmensstrategie und -kultur verankern.
Der Weg ist nicht immer einfach – aber in einer Welt, die zunehmend von Daten angetrieben wird, führt kein Weg daran vorbei.
Wenn Menschen im Zentrum der Datentransformation stehen, können Organisationen ihre Belegschaft stärken, das volle Potenzial ihrer Daten heben und den Kurs in eine datenkompetentere Zukunft setzen.
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Autorin und Redakteurin im Bereich der Bildungstechnologie. Engagiert bei der Erforschung von Datentrends und begeistert davon, Data Science zu lernen.
