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Kimi Claw Tutorial: Ein Leitfaden mit Praxisbeispielen

Lerne, wie du mit Kimi Claw KI-Workflows mit Zeitplänen, Skills und mehrstufiger Automatisierung durch praktische Experimente aufbaust.
Aktualisiert 12. Mai 2026  · 8 Min. lesen

Kimi Claw ist Moonshot AI’s Versuch, ein Konversationsmodell in einen dauerhaften persönlichen KI-Agenten zu verwandeln, der in der Cloud läuft. Statt nur auf einzelne Prompts zu reagieren, kann Kimi Claw langfristigen Kontext halten, geplante Aufgaben ausführen, aufgabenspezifische Skills aus dem ClawHub installieren, Dateien in einem eigenen Arbeitsbereich erzeugen und sich mit externen Kanälen wie Telegram verbinden.

Spannend an Kimi Claw ist der Fokus auf kontinuierliche Workflows statt einmaliger Interaktionen. Du kannst es bitten, täglich eine Domäne zu überwachen, Datensätze mit wiederverwendbaren Skills zu analysieren, mehrstufige Recherchen durchzuführen oder wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren – alles in natürlicher Sprache, ohne Infrastruktur, APIs oder Automations-Tools zu managen.

In diesem Tutorial erkläre ich, was Kimi Claw ist und wo es einzuordnen ist, und teile anschließend fünf Praxistests, die sein Verhalten in realen Szenarien prüfen. Außerdem empfehle ich unser Tutorial zu OpenClaw und unseren Leitfaden zu Nanobot

Was ist Kimi Claw?

Kimi Claw ist ein cloudbasierter persönlicher KI-Agent, der in Kimi integriert ist. Statt wie ein zustandsloser Chatbot zu agieren, läuft er kontinuierlich mit:

  • Langzeitgedächtnis
  • Individueller Persona und Verhalten
  • Geplanten Aufgaben
  • ClawHub-Skill-Installation
  • Datei-Arbeitsbereich
  • Integrationen mit externen Kanälen

Unter der Haube läuft Kimi Claw auf dem Kimi K2.5 Thinking-Modell in einem verwalteten Cloud-Arbeitsbereich. Diese auf Reasoning optimierte Variante ist für mehrstufige Planung, Toolnutzung und strukturierte Entscheidungen ausgelegt und ermöglicht Kimi Claw, Workflows wie Recherche, Terminplanung und Skill-Ausführung zuverlässiger zu handhaben.

Die gesamte Ausführung findet in Kimi’s Infrastruktur statt, was bedeutet:

  • Keine lokale Installation
  • Keine API-Schlüssel oder Umgebungssetup
  • Keine Server- oder Automationskonfiguration

In der Praxis verhält sich Kimi Claw wie eine schlanke Agenten-Laufzeitumgebung, in der Anweisungen in natürlicher Sprache dauerhafte Workflows erstellen können – etwa tägliche Research-Digests, Analyse-Pipelines für Datensätze oder länger laufende Monitoring-Aufgaben.

Wenn du mehr über das zugrunde liegende Modell und seine Agenten-Fähigkeiten erfahren möchtest, empfehle ich das Tutorial zu Kimi K2.5 und Agent Swarm.

Hinweis: Kimi Claw ist derzeit auf Allegretto-Pläne und höher beschränkt.

Erste Schritte mit Kimi Claw

Bevor wir die Beispiele anschauen, richten wir deinen persönlichen Kimi-Claw-Arbeitsbereich ein. Das geht schnell und erfordert keine technische Konfiguration, da alles in der Cloud läuft und in weniger als einer Minute bereitsteht.

  • Registriere dich oder melde dich bei deinem Kimi-Konto an
  • Öffne Kimi Claw über die linke Seitenleiste

Kimi-Menü

  • Klicke auf Create Kimi Claw (oder verknüpfe ein bestehendes OpenClaw)

Kimi Claw

  • Warte ca. 30–60 Sekunden, bis der Arbeitsbereich initialisiert ist

Kimi-Claw-Oberfläche

Sobald alles bereit ist, siehst du eine dauerhafte Chatoberfläche, die mit deiner persönlichen Agentenumgebung verbunden ist.

Kimi Claw: Beispiele und Beobachtungen

In diesem Abschnitt teile ich meine Praxiserfahrungen mit Kimi Claw in verschiedenen realistischen Szenarien.

Beispiel 1: Assistent für Live-Informationen

In diesem Beispiel habe ich getestet, ob sich Kimi Claw wie ein Assistent für Echtzeitinformationen oder eher wie ein statischer Chatbot verhält, indem ich Prompts übergeben habe, die Live-Daten aus dem Web erfordern. 

Prompt:

Check the current stock market
Gold price today in INR

Nach dem Prompt führte es automatisch eine Websuche in Echtzeit durch, rief die neuesten Marktdaten ab und lieferte zusätzlich den Goldpreis in INR zusammen mit dem aktuellen Datum – ein Hinweis darauf, dass die Antwort auf aktuellen Informationen basiert.

Die Abfrage war in wenigen Sekunden abgeschlossen, und die Ausgabe enthielt kontextuelle Details statt nur eines Zahlenwerts – hilfreich für schnelle Entscheidungen. Wichtig ist auch: Diese Interaktion blieb zustandslos und schlank, eher wie ein normaler webfähiger Assistent, ohne zusätzlichen Agenten-Overhead.

Unterm Strich funktioniert Kimi Claw zuverlässig für Live-Informationsabrufe, sein echter Vorteil zeigt sich aber vor allem in automatisierten Workflows statt bei einfachen Echtzeitanfragen.

Beispiel 2: Geplante Aufgaben einrichten

In diesem Beispiel habe ich Kimi Claw gebeten, eine geplante Aufgabe auszuführen, die eine Websuche und eine Zusammenfassung umfasst. Kimi Claw interpretierte die Anweisung als wiederkehrenden Workflow und erstellte automatisch eine Cron-ähnliche geplante Aufgabe, die täglich läuft.

Prompt:

Search for new papers, model releases, and tools in LLMs and multimodal AI at 9:00 AM daily and provide me 5 key updates.

Der Agent sucht täglich nach neuen Papers, Modell-Releases und Tools rund um LLMs und multimodale KI und liefert jeden Morgen eine kompakte Zusammenfassung mit fünf wichtigsten Updates. Wie im Screenshot zu sehen, hat Kimi Claw mit nur einem Prompt in natürlicher Sprache automatisch einen Cron-ähnlichen Job erstellt, der jeden Tag um 9:00 Uhr läuft. In der Praxis fühlt es sich an, als würde man eine einfache Chat-Anweisung in eine dauerhafte Hintergrundaufgabe verwandeln.

Geplante Aufgaben einrichten

Bemerkenswert ist auch das Aufgabenmanagement. Ich habe einen zweiten ähnlichen Digest hinzugefügt und später beide wieder entfernt. Das Erstellen, Aktualisieren und Löschen dieser geplanten Aufgaben war so einfach wie das Senden von Folgeanweisungen im Chat – das macht das laufende Automationsmanagement leichtgewichtig und dialogorientiert.

Sind die Aufgaben einmal konfiguriert, laufen sie unabhängig von der Chatsitzung und verwandeln Kimi Claw effektiv in ein kontinuierliches Monitoringsystem für bestimmte Informationsdomänen. Die aktuelle Einschränkung liegt jedoch bei der Betriebstransparenz. Zwar funktioniert die cron-ähnliche Ausführung zuverlässig, aber Einblick in Ausführungsprotokolle, Zustellhistorie oder Fehlerbehandlung ist begrenzt – Nutzer haben nur minimale Überwachung und Kontrolle über den Aufgabenlebenszyklus.

Insgesamt zeigt dieses Beispiel eine der praktischsten Stärken von Kimi Claw: Einen einfachen Prompt in einen dauerhaften Cron-Job zu verwandeln, der mit minimalem Setup kontinuierlich Informationen sammelt und zusammenfasst.

Beispiel 3: ClawHub-Skill-Bibliothek

In diesem Beispiel zeigte Kimi Claw, wie es seine Funktionen über die ClawHub Skill Library erweitern kann – und den Agenten so zu einem aufgabenspezifischen Analysetool macht, statt sich nur auf allgemeines Reasoning zu stützen.

Prompt

Search ClawHub and install the best skill for CSV EDA and insights (charts if supported). After installing, run a step-by-step flow and ask me the minimum questions needed, then analyze the dataset.

Nach dem Prompt durchsuchte das System automatisch ClawHub, wählte einen passenden Skill für CSV-Analysen aus und startete einen strukturierten Workflow. Anstatt die Analyse sofort zu starten, stellte es zunächst wenige gezielte Fragen zu Ziel und Kontext des Datensatzes. 

Dieser schrittweise Intake-Prozess ist wichtig, weil er zeigt, dass der Skill einer definierten Ausführungspipeline folgt – statt nur eine generische EDA-Zusammenfassung zu produzieren.

Sobald die Inputs geklärt waren, führte der Skill die Analyse end-to-end durch – inklusive Datenüberblick, Qualitätschecks, zentraler Erkenntnisse und Diagrammerstellung. Die Hauptgrenze zeigte sich jedoch beim Umgang mit den Ausgaben. 

Obwohl Diagramme generiert wurden, wurden sie nicht direkt im Chat gerendert. Stattdessen lieferte das System einen Dateipfad: /root/.openclaw/workspace/ev_brand_analysis.png

Dieser Pfad verweist auf den internen Cloud-Arbeitsbereich, der vom Browser aus nicht direkt zugänglich ist. Dadurch ließen sich die Visualisierungen weder in der Vorschau anzeigen noch einfach herunterladen.

Insgesamt ist die Skill-Ausführung zuverlässig und workflow-orientiert und damit nützlich für strukturierte Aufgaben wie Datensatzanalysen. Die Sichtbarkeit von Artefakten und der Dateizugriff sind jedoch noch eingeschränkt – das schmälert die Nutzbarkeit für Workflows, die herunterladbare Ergebnisse produzieren.

Beispiel 4: Mehrstufige Rechercheaufgabe

In diesem Beispiel habe ich Kimi Claw mit einer forschungsorientierten Aufgabe betraut, die Informationen aus mehreren Quellen sammeln und zu einem strukturierten Vergleich verdichten sollte. Nach dem Prompt führte der Agent Websuchen durch und organisierte die Ergebnisse in einem klaren Bericht.

Research the top 5 open-source agent frameworks.
Compare:
- Architecture
- Memory model
- Tool support
- Production readiness
Return a structured report.

Statt Informationen nur der Reihe nach aufzulisten, war die Antwort vergleichend strukturiert – dadurch lassen sich Trade-offs zwischen Frameworks leichter bewerten. Das legt nahe, dass Kimi Claw für breitere Rechercheaufgaben einen Planungs-Workflow anwendet, bei dem Informationsbeschaffung und Synthese zusammenlaufen statt als isolierte Schritte zu erfolgen.

Auch die Effizienz war auffällig: Die Aufgabe wurde in vertretbarer Zeit abgeschlossen und erforderte keine Rückfragen – ein Zeichen dafür, dass Kimi Claw klar definierte, mehrfach eingeschränkte Prompts zuverlässig verarbeitet, auch ohne explizite Schritt-für-Schritt-Anweisungen.

Die aktuellen Beta-Grenzen sind jedoch sichtbar. Obwohl die Ergebnisqualität stark ist, fehlten in einigen Abschnitten explizite Quellenangaben oder Annahmen – beides wichtig für technische Entscheidungen. Für tiefere Recherche-Workflows sind zusätzliche Verifikation oder manuelle Validierung weiterhin sinnvoll.

Trotz Beta-Status mit einigen betrieblichen Einschränkungen ist Kimi Claw jedoch effizient darin, aus einem einzigen Prompt ein strukturiertes Research-Briefing zu erstellen, das sonst mehrere manuelle Suchen und Schritte erfordern würde.

Beispiel 5: Telegram-KI-Analyst

In diesem Beispiel habe ich getestet, wie gut Kimi Claw als externer Kommunikationsagent funktioniert, indem ich es über ein BotFather-(Bot-Generator-)Token mit Telegram integriert habe.

Prompt

Configure Telegram channel and test:
Team Q&AMeeting summariesResearch bot for group

Kimi Claw erzeugte Schritt-für-Schritt-Anweisungen, übernahm das Pairing und bestätigte die Verbindung – ohne manuelle Konfiguration außerhalb der Chatoberfläche. Das zeigt, dass Kimi Claw externe Integrationen über geführte, natürliche Sprache statt über klassische manuelle Setups handhaben kann.

Das Betriebsverhalten war nach der Verbindung jedoch inkonsistent. Der Bot antwortete in der Telegram-Umgebung nicht zuverlässig, und gruppenbasierte Interaktionen wie Team-Q&A oder Rechercheunterstützung funktionierten nicht wie erwartet. 

Das deckt sich mit der aktuellen Dokumentation: Kanalintegrationen sind noch in der Beta und funktionieren nicht in allen Szenarien zuverlässig.

Fazit aus diesem Beispiel: Der Integrationsablauf ist grundsätzlich funktionsfähig, die Laufzeitzuverlässigkeit für externe Kanäle ist aber noch nicht produktionsreif. Das Feature hat Potenzial, Kimi Claw zu einem Teamassistenten über Kommunikationsplattformen hinweg zu machen – derzeit sollte es jedoch als experimentell gelten.

Fazit

In diesem Tutorial hat Kimi Claw gezeigt, wie ein Konversationsmodell als Agent arbeiten kann, der laufende Aufgaben übernimmt statt nur einmaliger Anfragen. In den Beispielen verwandelte es einfache Anweisungen in natürlicher Sprache in geplante Jobs, strukturierte Recherchen, skillgestützte Analysen und externe Integrationen – mit wenig menschlichem Eingriff.

Gleichzeitig zeigen die Praxistests die aktuellen Grenzen. Während Terminplanung und Recherche-Workflows zuverlässig funktionieren, sind Bereiche wie Artefakt-Sichtbarkeit, Dateizugriff, Monitoring-Kontrollen und Integrationen externer Kanäle noch eingeschränkt. 

Insgesamt spielt Kimi Claw seine Stärken bei breiten, asynchronen Workflows aus – etwa täglichem Monitoring, mehrstufiger Recherche und leichter Automatisierung. Für Entwickler, Forschende und Wissensarbeiter, die Agenten-Workflows erkunden wollen (insbesondere ohne OpenClaw lokal einzurichten und ohne Infrastruktur zu managen), bietet es eine einfache und vielversprechende Umgebung für erste Experimente.

Wenn du mehr über agentische Workflows lernen willst, empfehle ich den Kurs zu Multi-Agenten-Systemen mit LangGraph.

Kimi Claw FAQs

Ist Kimi Claw kostenlos nutzbar?

Nein, Kimi Claw ist nicht im Free-Tarif verfügbar. Aktuell ist mindestens eine Allegretto-Mitgliedschaft (39 $ pro Monat) erforderlich. Nach der Aktivierung läuft es in Kimi’s Cloud-Infrastruktur und nutzt dein bestehendes Kimi-Kontingent – es ist keine separate API-Einrichtung oder Abrechnungs­konfiguration nötig.

Worin unterscheidet sich Kimi Chat von Kimi Claw?

Das Standard-Kimi-Chat ist ein sitzungsbasierter, traditioneller Chatbot. Kimi Claw hingegen ist ein persistenter Cloud-Agent mit:

  • Langzeitgedächtnis
  • Geplanten Aufgaben
  • ClawHub-Skill-Installation
  • Datei-Arbeitsbereich
  • Integrationen mit externen Kanälen

Es ist für laufende Workflows konzipiert, nicht für einmalige Gespräche.

Kann Kimi Claw mit externen Tools oder Messaging-Plattformen verbunden werden?

Kimi Claw unterstützt die Integration mit Telegram über ein Bot-Token. Dieses Feature befindet sich jedoch in der Beta und funktioniert möglicherweise nicht in allen Fällen zuverlässig. Weitere Kanalintegrationen und erweiterte externe Anbindungen sind in künftigen Updates zu erwarten.

Kann ich Kimi Claw lokal ausführen oder per Terminal darauf zugreifen?

Nein. Kimi Claw ist eine vollständig verwaltete, reine Cloud-Umgebung. Die Interaktion erfolgt über das Web oder unterstützte Kanäle. Direkter SSH- oder Terminalzugriff bzw. lokaler Betrieb ist derzeit nicht verfügbar, auch wenn eine Terminal-ähnliche Oberfläche als zukünftiges Feature erwähnt wurde.


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Ich bin Google Developers Expertin für ML (Gen AI), dreifache Kaggle-Expertin und Women-Techmakers-Botschafterin mit über drei Jahren Erfahrung in der Tech-Branche. 2020 habe ich ein Health-Tech-Startup mitgegründet und absolviere derzeit einen Master in Informatik an der Georgia Tech mit Schwerpunkt Machine Learning.

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