Im vergangenen Jahrzehnt haben Big Data und digitale Technologien Branchen wie auch das Konsumverhalten grundlegend verändert. IDC und Statista schätzen, dass das jährlich erzeugte Datenvolumen von zwei Zettabyte im Jahr 2010 auf 59 Zettabyte im Jahr 2020 gestiegen ist – ein Dreißigfaches innerhalb von zehn Jahren (Statista).
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Daten in der Finanzdienstleistungsbranche
Während viele Branchen versuchen, die Datenflut mit Business Intelligence, Data Science und Machine Learning zu nutzen, ist die Finanzdienstleistungsbranche am besten aufgestellt, von Big Data zu profitieren. Daten stehen im Zentrum der Branche – vom Privatkundengeschäft über Investmentbanking bis hin zu Versicherungen. Finanzdienstleister erzeugen und speichern Daten zu Kundentransaktionen, detaillierten Kundenprofilen aus Compliance-Prozessen, Schadensfällen, Börsenhandel und mehr. Das erzeugte Datenvolumen ist beeindruckend: Allein die New York Stock Exchange produziert täglich ein Terabyte an Handelsdaten (Investopedia).
Beispiele aus der Praxis
Wir haben bereits gesehen, wie Fintech-Startups vom veränderten Konsumverhalten und der Datenflut im Finanzsektor profitieren. Digitale Banken wie N26, Revolut und Monzo haben das Filialmodell hinter sich gelassen und setzen auf ein rein digitales Bankerlebnis – mit Daten als Grundlage, um das Nutzererlebnis zu verbessern und Workflows zu automatisieren (Revolut). Klarna, Europas größtes Fintech-Einhorn, bietet zinsfreie Ratenzahlungen mit automatisierter Genehmigung oder Ablehnung per Machine Learning an (CNBC). Die Datenflut hat nicht nur Raum für disruptive, innovative Services geschaffen – sie hat die Tür für datengetriebene digitale Transformation in der gesamten Branche geöffnet.
Eine digitalisierte Finanzbranche
Disruptive, digital-first Startups in allen Branchen haben viele etablierte Unternehmen dazu veranlasst, massiv in digitale Transformation zu investieren. Die Finanzdienstleistungsbranche bildet hier keine Ausnahme. Eine Studie von Accenture und Oxford aus dem Jahr 2018 ergab, dass 87% der Führungskräfte im Privatkundengeschäft einen langfristigen Plan für Technologieinvestitionen und digitale Transformation entwickelt haben (Accenture). Das gilt umso mehr in der COVID-19-Ökonomie, die den Einkauf ins Netz verlagert und Transformationsprogramme in allen Branchen beschleunigt hat.
Diese Beschleunigung ist im Finanzsektor besonders dringlich. Eine aktuelle Studie der Economist Intelligence Unit zeigt, dass 45% der Bankmanager den Aufbau eines „echten digitalen Ökosystems“ als beste strategische Antwort auf die Pandemie sehen. In derselben Umfrage glauben 66% der Befragten, dass neue Technologien wie Machine Learning und Künstliche Intelligenz bis 2025 den größten Einfluss auf die Bankenbranche haben werden.
Ein Blick in die Praxis: Der Bedarf an kontaktlosen Finanztools führte zu einem Anstieg der täglichen Scheckeinzahlungen per Mobilgerät bei Citibank um 84% und zu einer Verzehnfachung der Aktivitäten bei Apple Pay (Forbes). Jane Fraser, Präsidentin der Citigroup und CEO des Privatkundengeschäfts, erklärte dazu: „Banking hat sich durch die Pandemie unumkehrbar verändert. Der Wechsel zu digital wurde enorm beschleunigt. [...] Wir glauben, dass wir das Modell der Zukunft haben – ein schlankes Filialnetz, nahtlose digitale Fähigkeiten und ein Partnernetzwerk, das unsere Reichweite auf Hunderte Millionen Kundinnen und Kunden erweitert.“

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Adel ist Data Science Educator, Speaker und Evangelist bei DataCamp, wo er verschiedene Kurse und Live-Trainings zu Datenanalyse, maschinellem Lernen und Data Engineering veröffentlicht hat. Er setzt sich leidenschaftlich für die Verbreitung von Datenkenntnissen und Datenkompetenz in Organisationen und an der Schnittstelle zwischen Technologie und Gesellschaft ein. Er hat einen MSc in Data Science und Business Analytics. In seiner Freizeit ist er mit seinem Kater Louis unterwegs.
