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Was ist Transfer Learning in der KI? Ein Einstieg mit Beispielen

Erfahre mehr über Transfer Learning und Fine-Tuning und warum sie für Machine Learning und generative KI grundlegend sind.
Aktualisiert 18. Sept. 2026  · 7 Min. lesen

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ChatGPTClaudePerplexity

Transfer Learning ist eine Technik, mit der Maschinen das Wissen aus einer vorherigen Aufgabe nutzen, um die Generalisierung bei einer anderen zu verbessern. Sie ist ein Grundprinzip hinter Modellen wie ChatGPT und Google Gemini und hilft bei vielen wichtigen und praktischen Aufgaben wie dem Zusammenfassen langer Dokumente, dem Verfassen komplexer Aufsätze, der Reiseplanung oder sogar beim Schreiben von Gedichten und Songs. 

In diesem Leitfaden tauchen wir tief in Transfer Learning ein. Wir klären die Definition, warum es für Deep Learning und moderne generative KI-Modelle relevant ist, und welche Herausforderungen und Grenzen diese Technik hat. Außerdem empfehlen wir Ressourcen, damit du weiterlernen kannst. Bereit? Dann legen wir los.

Was ist Transfer Learning in der KI?

Transfer Learning bedeutet, dass ein für eine bestimmte Aufgabe entwickeltes Modell als Ausgangspunkt für ein Modell auf einer zweiten Aufgabe wiederverwendet wird. Anders gesagt: Du übernimmst Komponenten eines vortrainierten Machine-Learning-Modells in neue Modelle, die für etwas Anderes, aber Verwandtes gedacht sind.

Das Konzept ist vergleichbar damit, wie Menschen neue Fähigkeiten erlernen. Ein Beispiel: Stell dir vor, du spielst sehr gut Gitarre und willst Ukulele lernen. Deine Gitarrenerfahrung beschleunigt das Lernen, weil vieles übertragbar ist – etwa Fingerpositionen, Schlagmuster, Griffbrettverständnis, Musiktheorie und Rhythmus. 

In der KI erlaubt dir Transfer Learning, früheres Training zu nutzen, um neue, verwandte Probleme effizienter zu lösen – das spart Zeit und Rechenressourcen.

Warum wird Transfer Learning eingesetzt?

Es gibt mehrere gute Gründe, beim Entwickeln neuronaler Netze auf Transfer Learning zu setzen, darunter:

  • Trainingseffizienz: Transfer Learning verkürzt die Trainingszeit, weil Modelle nicht von Grund auf neu trainiert werden müssen, und ermöglicht Fine-Tuning mit kleineren Datensätzen. 
  • Modellleistung: Durch die Nutzung vortrainierten Wissens verbessert Transfer Learning die Leistung, reduziert Overfitting und ermöglicht schnelleres, effizienteres Training mit begrenzten Daten.
  • Niedrigere Betriebskosten: Transfer Learning senkt Kosten, weil das kostspielige Neu-Training mit Datenerhebung und hohem Rechenaufwand entfällt.
  • Mehr Anpassungsfähigkeit und Wiederverwendbarkeit: Transfer Learning macht Modelle vielseitiger, da sie sich auf mehrere Szenarien und Aufgaben anpassen lassen – das steigert Potenzial und Nutzbarkeit.

So funktioniert Transfer Learning

Schauen wir uns drei Konzepte an, die eng mit Transfer Learning verbunden sind: Multitask-Learning, Feature-Extraktion und Fine-Tuning. 

Multitask-Learning

Beim Multitask-Learning wird ein einzelnes Modell so trainiert, dass es mehrere Aufgaben gleichzeitig löst. Es verfügt über einen gemeinsamen, frühen Teil der Schichten, der die Daten einheitlich verarbeitet, gefolgt von separaten Schichten für die jeweiligen Aufgaben. So lernt das Modell allgemeine Merkmale, die für alle Aufgaben nützlich sind, und gleichzeitig aufgabenspezifische Merkmale.

Dieses Paradigma ist in modernen LLMs weit verbreitet. Sieh dir unseren Introduction to LLMs Course an, um alle Details zu lernen.

Feature-Extraktion 

Bei der Feature-Extraktion wird ein vortrainiertes Modell genutzt, um aussagekräftige Merkmale bzw. Repräsentationen aus Daten zu gewinnen. Diese Merkmale dienen dann als Input für ein neues, auf eine konkrete Aufgabe fokussiertes Modell.

Featurebasiertes Transfer Learning nutzt die besondere Fähigkeit neuronaler Netze, Merkmale aus Daten zu extrahieren. Das Modell „erkennt“ dabei gewissermaßen, welcher Teil des Inputs z. B. für die Bildklassifikation wichtig ist. Praktisch bedeutet das: Für eine neue Aufgabe werden nur die vortrainierten ersten und mittleren Schichten mit ihrem verallgemeinerbaren Wissen verwendet.

Fine-Tuning

Fine-Tuning geht über die reine Feature-Extraktion hinaus und wird häufig eingesetzt, wenn die beiden Aufgaben nicht eng verwandt sind. Dabei wird ein vortrainiertes Modell genommen und auf einem domänenspezifischen Datensatz weitertrainiert.

Die meisten LLMs liefern heute global sehr gute Leistungen, scheitern aber oft bei sehr spezifischen, aufgabenorientierten Problemen. Fine-Tuning passt das Modell gezielt auf solche Aufgaben an und macht es in realen Anwendungen wirksamer und vielseitiger. Wenn du mehr über Fine-Tuning wissen möchtest, lies unseren Introductory Guide to fine-tuning LLMs.

Image by Author. Visualizing the Fine-Tuning process.Visualisierung des Fine-Tuning-Prozesses. [DataCamp]

Anwendungsfälle für Transfer Learning

Transfer Learning ist eine gängige Technik für viele Data-Science-Aufgaben, unter anderem in der Computer Vision und im Natural Language Processing.

Computer Vision

Computer Vision ist eines der Gebiete, in denen Transfer Learning besonders erfolgreich ist. Neuronale Netze in diesem Bereich benötigen enorme Datenmengen für Aufgaben wie Objekterkennung und Bildklassifikation.

In der Computer Vision erkennen die ersten Schichten eines Netzes Kanten in Bildern, die mittleren Schichten identifizieren Formen und Strukturen. Die letzten Schichten werden auf die spezifische Aufgabe zugeschnitten. Transfer Learning ermöglicht es, neue Modelle zu erstellen, indem nur die letzten Schichten neu trainiert und die Gewichte und Biases der ersten und mittleren Schichten beibehalten werden. Dank Transfer Learning lassen sich neue Modelle also bauen, die lediglich die letzten Netzwerkschichten neu trainieren, während die früheren und mittleren Schichten unverändert bleiben.

Heute gibt es eine ganze Reihe vortrainierter, öffentlich verfügbarer Netze für Computer Vision, zum Beispiel: 

  • Visual Geometry Group: VGG ist ein vortrainiertes Modell für Bildklassifikation und dient häufig als Ausgangspunkt für viele entsprechende Aufgaben. 
  • You Only Look Once: YOLO ist ein vortrainiertes, State-of-the-Art-Modell für Objekterkennung, das besonders schnell ist und sehr viele Objektklassen erkennt. 

Natural Language Processing

NLP ist ein Bereich der KI, der die Interaktion zwischen Computern und Menschen in natürlicher Sprache in den Fokus stellt. Ziel ist es, Computer so zu programmieren, dass sie große Mengen an Sprachdaten – als Text oder Audio – verarbeiten und analysieren.

Transfer Learning spielt bei der Entwicklung von NLP-Modellen eine zentrale Rolle. Vortrainierte Sprachmodelle, die für allgemeines Sprachverständnis oder Übersetzung trainiert wurden, lassen sich für spezifische NLP-Probleme wie Sentimentanalyse oder maschinelle Übersetzung feinabstimmen. Anwendungen von NLP sind praktisch endlos und reichen von Sprachassistenten bis zur Spracherkennung.

Transfer Learning steckt hinter einigen der bekanntesten NLP-Modelle, darunter:

  • Bidirectional Encoder Representations from Transformers: BERT, 2018 von Google-Forscherinnen und -Forschern entwickelt, ist eines der ersten LLMs auf Basis der Transformer-Architektur. Es ist öffentlich und vortrainiert und überzeugt bei vielen NLP-Aufgaben wie Language Modeling, Textklassifikation und maschineller Übersetzung. 
  • Generative Pre-Trained Transformer: GPT, entwickelt von OpenAI, umfasst eine Reihe leistungsstarker LLMs und prägt die GenAI-Revolution. GPT-Modelle wie GPT-3.5 und GPT-4 sind die Foundation Models hinter dem weit bekannten ChatGPT. Kürzlich hat OpenAI außerdem GPT-4o veröffentlicht, die bislang leistungsstärkste Version.

Best Practices und Herausforderungen

Im Kern ist Transfer Learning ein Designansatz zur Steigerung der Effizienz. Anstatt Modelle von Grund auf neu zu trainieren – was gerade bei modernsten generativen KI-Modellen enorme Ressourcen, Geld und Zeit erfordert – ermöglicht Transfer Learning schnelleres und wirksameres Lernen für neue Aufgaben, indem vorhandenes Wissen genutzt wird.

Transfer Learning spielt seine Stärken aus, wenn nur wenig Daten für die zweite Aufgabe vorhanden sind. Durch das Wissen eines vortrainierten Modells lassen sich Overfitting vermeiden und die Genauigkeit insgesamt erhöhen. Dennoch ist Transfer Learning kein Allheilmittel und hat Grenzen sowie Fallstricke, die man sorgfältig adressieren muss. Zu den häufigsten Herausforderungen zählen:

  • Domain-Mismatch: Transfer Learning funktioniert am besten, wenn Ausgangs- und Zielaufgabe verwandt sind. Ist die neue Aufgabe sehr unterschiedlich, reicht das übertragene, verallgemeinerbare Wissen möglicherweise nicht für genaue Ergebnisse.
  • Datenknappheit: Ein Mindestmaß an Trainingsdaten ist immer erforderlich. Sind die Daten extrem begrenzt oder von schlechter Qualität, droht Underfitting.
  • Overfitting: Auch Transfer Learning ist nicht immun gegen Overfitting. Wird ein Modell zu stark auf eine Aufgabe feinabgestimmt, lernt es möglicherweise Merkmale, die auf neue Daten schlecht übertragbar sind.
  • Komplexität: Mitunter ist die Zielaufgabe so komplex, dass Fine-Tuning herausfordernd, kostenintensiv und zeitaufwendig wird. 

Fazit und weitere Ressourcen

Transfer Learning ist ein entscheidender Designansatz, um Effizienz und Potenzial neuronaler Netze zu steigern. Man kann mit Recht sagen, dass die aktuelle KI-Revolution ohne die vielen Techniken des Transfer Learnings nicht möglich gewesen wäre.

Wenn du tiefer in die Details von Transfer Learning einsteigen willst, ist DataCamp für dich da. Starte heute mit unseren Materialien zu LLMs und neuronalen Netzen.  


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Javier Canales Luna
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Ich bin freiberufliche Datenanalystin und arbeite mit Unternehmen und Organisationen auf der ganzen Welt an Data-Science-Projekten zusammen. Ich bin auch Ausbilder für Data Science mit mehr als 2 Jahren Erfahrung. Ich schreibe regelmäßig datenwissenschaftliche Artikel in englischer und spanischer Sprache, von denen einige auf etablierten Websites wie DataCamp, Towards Data Science und Analytics Vidhya veröffentlicht wurden. Als Datenwissenschaftlerin mit einem Hintergrund in Politik- und Rechtswissenschaften ist es mein Ziel, an der Schnittstelle von Politik, Recht und Technologie zu arbeiten und die Macht der Ideen zu nutzen, um innovative Lösungen und Erzählungen voranzutreiben, die uns dabei helfen können, dringende Herausforderungen wie die Klimakrise anzugehen. Ich betrachte mich als Autodidakt, der ständig lernt und ein überzeugter Verfechter der Multidisziplinarität ist. Es ist nie zu spät, neue Dinge zu lernen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Transfer Learning?

Transfer Learning ist eine im Deep Learning weit verbreitete Technik, bei der ein auf einer Aufgabe trainiertes Modell als Ausgangspunkt für ein Modell auf einer zweiten Aufgabe dient. Besonders hilfreich ist es, wenn die zweite Aufgabe der ersten ähnelt oder nur wenige Daten für die zweite Aufgabe verfügbar sind.

Welche Vorteile hat Transfer Learning?

Transfer Learning ist eine hervorragende Optimierungstechnik, die die Trainingseffizienz und Modellleistung steigert und gleichzeitig Betriebskosten senkt.

Was ist Fine-Tuning?

Fine-Tuning ist eine Ausprägung von Transfer Learning und wird typischerweise eingesetzt, wenn die beiden Aufgaben nicht eng verwandt sind. Dabei wird ein vortrainiertes Modell genommen und auf einem domänenspezifischen Datensatz weitertrainiert.

Wofür wird Transfer Learning eingesetzt?

Transfer Learning ist ein State-of-the-Art-Ansatz für das Design neuronaler Netze in Bereichen wie Computer Vision und Natural Language Processing.

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